Fleischverzehr & Gesundheit


Chronische Krankheiten und Ernährungsstil

Adipositas

Eine falsche Ernährung kann also ausschlaggebend sein bei Krankheiten wie Adipositas und Diabetes mellitus Typ II. Die Adipositas ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der es zu einer übermäßigen Vermehrung des Körperfettes kommt. Gemessen wird die Adipositas anhand des BMI. Ist der größer oder gleich 30kg/qm², wird von Adipositas gesprochen. Studien zeigen, dass ein erhöhter Verzehr von Obst und Gemüse durchaus dazu beitragen kann, das Körpergewicht zu reduzieren. Lediglich der erhöhte Verzehr von Obst und Gemüse alleine trägt jedoch noch nicht zur Körpergewichtsabnahme bei. Vielmehr sollte fettreiche Kost sinnvoll ersetzt wird.

Diabetes mellitus

Denn die Adipositas ist der größte Risikofaktor für die Entwicklung von Diabetes mellitus Typ 2. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Stoffwechselerkrankung, bei der es zu einer Störung des Kohlenhydratstoffwechsels kommt. Diese geht einher mit der Insulinresistenz der Zellen, wodurch der Blutglukosespiegel ansteigt, was wiederum eine erhöhte Insulinfreisetzung bewirkt. Auf diese Weise erschöpft die Insulinproduktion nach einiger Zeit. Es konnte jedoch nicht nachgewiesen werden, dass der Verzehr von Obst und Gemüse bei der Entstehung und Entwicklung von Diabetes mellitus einen großen Einfluss hat. Ihnen kommt nur indirekt eine Bedeutung zu, da ihr Verzehr möglicherweise den Gewichtsanstieg bei Erwachsenen vermindert und damit auch eine Entstehung von Diabetes mellitus. (DGE Stellungnahme 2012)

Bluthochdruck (Hypertonie)

Einzugehen ist auch auf die Hypertonie, da durch sie die Gefahr besteht, dass es zu Gefäßveränderungen an Herz, Gehirn, Niere, Extremitäten und Augen kommt. Bei der Hypertonie wird von einem dauerhaft erhöhten Blutdruck von über 140mmHg systolisch und 90mmHg diastolisch gesprochen. Als Risikofaktoren gelten neben genetischen und Umweltfaktoren auch die Ernährung, insbesondere die Zunahme des Kochsalzverzehrs. Die CARDIA Studie beispielsweise zeigt, dass ein hoher Fleischkonsum deutlich in Verbindung mit dem Risiko gebracht werden kann, eine Hypertonie zu entwickeln. Allgemein haben Vegetarier niedrigere durchschnittliche Blutdruckwerte und leiden gegenüber Mischköstlern wesentlich seltener an Hypertonie.

Ein dauerhaft zu hoher Blutdruck kann fatale Spätfolgen mit sich bringen. Dazu gehören arteriosklerotische Veränderungen - eine Verengung der arteriellen Blutgefäße durch Ablagerungen von Cholesterin und anderer Lipide. Sie können sich in einer koronaren Herzkrankheit mit den Ausprägungen einer Herzinsuffizienz, einem Herzinfarkt oder einer Hirnblutung manifestieren. Ursache für die Entstehung einer Arteriosklerose können Nikotin, körperliche Inaktivität, Übergewicht, Bluthochdruck, aber auch genetische Faktoren, das männliche Geschlecht und das Alter sein. Die Ernährung nimmt auch hier einen besonders hohen Stellenwert ein, insbesondere die Aufnahme des Cholesterins. Der Cholesterinspiegel im Blut wird vornehmlich durch die Aufnahme gesättigter Fettsäuren beeinflusst. Diese sind in tierischen Fetten, Milch-und Eiprodukten und Fleisch zu finden. Ungesättigte Fettsäuren dagegen können den Cholesterinspiegel senken. (Leitzmann, Keller 2013: 133; DGE Stellungnahme 2012)

Daher ist es nicht verwunderlich, dass bei einem täglichen Verzehr von Fleisch oder tierischen Produkten auch das Risiko ansteigt, an einer koronaren Herzkrankheit zu erkranken. Die CORA-Studie beispielsweise zeigt, dass bei einem täglichen Verzehr von 100g Fleisch das Risiko für Frauen um 150% ansteigt. (Zyriax et al. 2005: 657)

Bösartige Neubildungen

Bei Krebs dagegen ist es schwer, einen kausalen Zusammenhang zwischen der Erkrankung und der Ernährung herzustellen. In der Tat nimmt der Körper über die Nahrung kanzerogene und antikanzerogene Stoffe auf. Bei Krebserkrankungen wird allgemein auch von Tumoren oder bösartigen Neubildungen gesprochen. Die Tumorzellen wachsen dabei unkontrolliert. Hat der Tumor eine bestimmte Größe erreicht, kann es zu einer Verbreitung im gesamten Körper kommen – er streut. Krebs kann an fast jedem Organ oder Gewebe entstehen, daher gibt es ein breites Arsenal an Krebserkrankungen und dementsprechend viele Risikofaktoren. Zu den Bekanntesten zählen Nikotin, Übergewicht, Bewegungsmangel, chemische Stoffe, ionisierte Strahlung, Hormontherapie bei Brustkrebs, chronische Infektionen, Viren bei Gebärmutterhalskrebs und auch in diesem Falle die Ernährung. Insbesondere stark gesalzene, gegrillte, gepökelte und geräucherte Speisen, rotes oder verarbeitetes Fleisch, ballaststoffarme Kost und fettreiche Nahrung erhöhen das Krebsrisiko, vor allem bei Dickdarm-und Mastdarmkrebs, Lungenkrebs und Brustkrebs. (Leitzmann, Keller 2013: 154f.; DGE Stellungnahme 2012)

Vegetarisch ist nicht zwangsläufig besser

Von daher muss der Vegetarismus nicht zwangsläufig als die einzig wahre Ernährungsform propagiert werden. Er verleiht einem keinen Universalschutz gegen sämtliche kursierende Krankheiten. Zusammenfassend lässt sich jedoch sagen, dass sich vegetarisch lebende Menschen insgesamt auch gesundheitsbewusster verhalten, weniger chronische Erkrankungen aufweisen und sogar länger leben.

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